Ein Tag in unserer Tischlerei

14.November 2016

Fabian Maurer arbeitet nun schon seit einem Monat in unserer Berufsschule und zeigt den Tischlerlehrlingen neue Techniken der Holzverarbeitung;

Danke dir sehr lieber Fabian!

"1 Tag im Fundi-Centre – nicht einmal ein Halber in Europa – jedoch 500 Minuten Leidenschaft, jeden Tag!"

Am Morgen um 9 00 uhr gehts los mit dem Fahrrad ins nahe gelegene Dorf Ngare Nanyuki, dort befindet sich nämlich das Fundi-Centre, ein Ausbildungszentrum für junge Mechaniker, Maurer und Schreiner.

Ich, als gelernter Schreiner, bin für die jungen Lehrlinge der Tischlerei zuständig...
Schon mit dem Fahrrad das Eingangstor passiert kommen mir mindestens 5
„Fundis“ entgegen um mich zu begrüßen und das Fahrrad das letzte Stück
zum Abstellplatz zu fahren.

Heute steht die Fertigstellung eines Einbauschrankes an, der bei einem
Doktor in eine Wandnische eingesetzt werden soll.
Es fehlen noch 4 Fachbretter und die Oberflächenbehandlung des Schrankes.

Sobald mich die restlichen „Fundis“ erblickt haben, wissen sie was zu tun ist; mindestens 3 stürmen in den „Store“, ein winziges Kämmerchen in welchem alle Werkzeuge aufbewahrt werden, und bringen die für den heutigen Tag benötigten Werkzeuge zu mir.

Dabei handelt es sich um 2 Handhobel, 2 Fuchsschwänze, eine Menge an
Schleifpapier, Leim und Zwingen.
Die Arbeitsaufteilung ist klar, die Drittklässler kümmern sich um die heiklen Holzverbindungen wie Schlitz und Zapfen, Fingerzinken oder im heutigen Fall um das Zusammenleimen der einzelnen Holzbretter zu einem Fach.

Dies stellt nämlich eine der langwirigsten und schwierigsten Aufgaben bei den Tischlern in Momella dar.
Falls einige Bretter schon im Voraus in die 2 bis 3 Stunden entfernte Werkstatt, in welcher eine elektronisch betriebene Dickenhobelmaschine vorhanden ist, gebracht wurden erleichtert das die Arbeit für die jungen Tischler erheblich!
Denn wenn nicht müssen mindestens 6 20 cm breite und 3 Meter lange Bretter von den Schülern erst einmal halbwegs gleichmäßig auf beiden Seiten abgehobelt werden, und danach werden mühsamst die Längskanten der zu verleimenden Bretter so lange gehobelt bis kaum mehr ein Spalt zwischen der Leimfuge vorhanden ist, sodass man sie zusammenleimen kann.
Diese Arbeit nimmt die meiste Zeit der „Fundis“ in Anspruch und bringt Manche, wenn es sich zum Beispiel um so einen großen Einbauschrank wie
erwähnt handelt, oftmals zur Verzweiflung und Frustration.
Die Erstklässler übernehmen danach die Schleifarbeiten, welche auch nicht so ohne sind, denn bei großen Brettern ist die Arbeit mit einem winzigen Stück Schleifpapier alles andere als leicht.
Aber auch das wird gemeistert; abschließend wird die schädlingsabweisende Holzlasur aufgetragen und fertig ist unser Tagwerk – mindestens 8 „Fundis“ haben heute 4 Fachbretter verleimt – mit den Mitteln die zur Verfügung stehen eine gute Ausbeute, aber leider kein Vergleich zu Daheim, wo diese Arbeit ein Schreiner allein in der halben Zeit erledigen hätte können.

Unser Traum wären einige dringend benötigte Werkzeuge wie zum Beispiel
Langzwingen, eine neue Garnitur an Hobeln oder einige Aku-Bohrmaschinen im   Funi – Centre etablieren zu können, damit diese extrem zeitraubenden und mühsamen Arbeiten um einiges verkürzt werden können.
Die Tischlerlehrlinge aus dem Fundi-Centre sind über jede Spende mehr
als dankbar!